European Mozartways


Germany - Schwetzingen


Herbstzeit ist Festivalzeit

Schwetzinger Mozart Fest 2019

11.09.2019
Legend: Bella Musica Orchester
Die Tage werden kürzer, die Abende frischer: die beste Zeit, sich im Ambiente des spätsommerlichen Barockschlosses den schönen Künsten und kammermusikalischen Höhepunkten hinzugeben.

Bella Musica weckt zur Eröffnung am 27. September Urlaubserinnerungen, denn die dreißig hochbegabten, international zusammengewürfelten Musiker – soeben von ihrer Italien-Tournee zurückgekehrt – versprühen wie kaum ein anderes Jugendorchester den Europäischen Gedanken. Im Mozartsaal – dort, wo das Musikgenie einst selbst spielte – präsentieren sie Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, seinem Vater Leopold und Johann Anton Stamitz.

Tags drauf feiert das Koblenzer Theater mit der Neuinszenierung seines Don Giovanni Premiere im Rokokotheater. Wer hinter die Fassade des Frauenverführers blicken will, dem empfiehlt sich der neue Opern-Talk „Mythos Don Giovanni“ am 26. September um 18.30 Uhr in Kooperation mit und in den Räumen der VHS. Der ehemalige SWR-Journalist Bruno Dumbeck führt die Talk-Runde mit dem Koblenzer Operndirektor Rüdiger Schillig, der VHS-Leiterin Gundula Sprenger und der Vorsitzenden der Mozartgesellschaft Rosa Grünstein.

Das erste Festivalwochenende endet am Sonntag zur Matinee mit Schuberts Vermächtnis an die Nachwelt, dem großen Es-Dur-Trio, dargeboten vom holländischen Busch Trio. Das junge Klaviertrio ist kurzfristig für das Van Baerle Trio eingesprungen, dass wegen Krankheit sämtliche Konzerte Ende September absagen musste.
Ein Höhepunkt eines jeden Mozartfestes bildet seit nunmehr 27 Jahren das Konzert mit den Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung. In die Reihe von Igor Levit, Isabelle Faust und Daniel Müller-Schott, könnten sich in Zukunft Amelie Möbius, Charlotte von Urff und Gustav Borggrefe einreihen, denn alle waren bzw. sind Stipendiaten der Jürgen Ponto-Stiftung. Die drei letzten gestalten in diesem Jahr am 4. Oktober gemeinsam mit den Heidelberger Philharmonikern ein Konzert mit Werken von Anton Dimler, Johan Wendling und Franz Danzi.

Wiener Klassik in C – sowohl Dur als auch moll – entlockt Lisa Smirnova dem Flügel im Jagdsaal. Die Ausnahme-Pianistin, die bereits vor drei Jahren in Schwetzingen einen fulminanten Auftritt hinlegte, präsentiert in Ihrem Solo Recital unter anderem Zwölf Variationen in C-Dur über das Lied „Ah, vous dirai-je, Maman“ – hierzulande von der Melodie her besser bekannt als „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.
York Höller, der letzte Meisterschüler eines der größten zeitgenössischen Komponisten – Bernd Alois Zimmermann – hat auf Anregung des Künstlerischen Leiters Nikolaus Friedrich ein kammer-musikalisches Werk für das Mozartfest geschrieben. Bei der

Sonntags-Matinee am 6. Oktober kommt das „Assonanzen-Quintett für Bassettklarinette und Streich-Quartett“ zur Uraufführung, dargeboten vom Minguet Quartett und Klarinettist Nikolaus Friedrich.

Das Finale und dritte Wochenende des Festes wird am 11. Oktober in der Schlosskapelle durch Gambe und Cembalo eingeläutet: Jakob David Rattinger und Ralf Waldner erkunden mit ihren Instrumenten die Musik, die den jungen Mozart beeinflusst und geprägt hat. Die Wege zu Mozart führen den Zuhörer ins London von Carl Friedrich Abel und Johann Christian Bach, aber auch nach Frankreich zu Marin Marais.

Und zu guter Letzt ein besonderer Höhepunkt, sozusagen ein Festival im Festival. In seinen letzten Lebensjahren schuf Mozart zehn Streichquartette, die bis heute einen Höhepunkt der Gattung bilden. In drei aufeinander folgenden Konzerten am 12. Und 13. Oktober bietet sich nun die äußerst seltene Gelegenheit, diese Meisterwerke chronologisch als geschlossenen Zyklus zu erleben. Zwei empathische Ensembles – das Amaryllis Quartett und das Schumann Quartett – haben sich auf dieses außergewöhnliche Projekt eines Mozart-Streichquartettfestivals eingelassen. Das Schumann Quartett wurde übrigens jüngst mit dem OPUS KLASSIK ausgezeichnet, wird aber an der Preisverleihung in Berlin nicht teilnehmen können, da es bei uns in Schwetzingen gastiert. Welch eine Ehre!


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